Sicheres Katzenhalsband aus Papier

Fast jeder, der seiner Katze Freigang ermöglicht kommt an den Punkt an dem er nach einem Weg sucht sein Tier zu kennzeichnen. Sei es weil es ein paar Tage verschwunden war, man annimmt, dass die Katze fremd gefüttert wird oder man sich absichern möchte, dass man benachrichtigt wird wenn etwas passiert. Chip und eine Tasso Registrierung sollten meiner Meinung nach Pflicht sein, doch hat das Ganze einen Nachteil: Man sieht den Chip nicht auf den ersten Blick. Eine zusätzliche Möglichkeit wäre ein Halsband, doch ist dies eine gefährliche Option. Mit einer Ausnahme: dem Papierhalsband.

Seit April diesen Jahres sind wir Katzenbesitzer. Ohnezahn (ehemals Aladdin) ist uns zugelaufen oder besser gesagt hat sich an uns dran gehängt. Auf dem Rückweg von einer Party spazierte er plötzlich neben uns her, bis zu uns nach Hause, und quartierte sich dort ein. Nachdem wir seine Besitzer dank Chip ausfindig machen konnten, büxte er ein paar Wochen später wieder aus und legte nur ein paar Häuser von uns entfernt einen Zwischenstopp ein. Seither haben wir ein neues Familienmitglied.

Papierhalsband

Ohnezahn ist Freigänger und hegt eine starke Sympathie für Menschen. Das ist andern für sich nichts Schlechtes, doch steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass jemand meint „den armen Streuner“ bei sich aufnehmen zu müssen. Auch haben wir ihn schon erwischt, wie er seine Nase in den Wagen eines Handwerkers steckte. Schneller als man gucken kann ist der Kofferraum zu und der Kater sitzt unbemerkt drin. So kann er dann Kilometer weit entfernt von zu Hause landen. Ohne Halsband ist nicht erkennbar, dass er irgendwo hingehört. Ohnezahn ist zwar gechippt, doch hat die Erfahrung aus seiner zweiten Runaway-Tour gezeigt, dass nicht jeder weis, dass es so etwas gibt. Deshalb lebte er fast zwei Wochen bei einem älteren Paar, das dachte, er hätte kein Zuhause.

Katze kennzeichnen aber sicher!

Als er nun also bei uns einzog, machte ich mir Gedanken, wie man zeigen könnte, dass er kein Streuner ist. Normale Halsbänder kommen dafür nicht infrage, denn die Gefahr, dass sich das Tier erdrosselt ist zu hoch. Katzen winden sich durch die kleinste Lücke, schlängeln sich über Stock und Stein. Überall gibt es Ecken, wo sie hängen bleiben können. Zwar gibt es „Sicherheitshalsbänder“, die sich ab einer bestimmten Zugkraft öffnen sollen, doch sind diese fehleranfällig. Es braucht nur ein Haar oder ein Steinchen in den Mechanismus geraten und er verkeilt. Auch ist es der Katze nicht immer möglich ihr ganzes Gewicht auf das Band zu bringen, sodass der Verschluss sich ebenfalls nicht öffnet. So kann es passieren, dass die Katze Verletzungen davon trägt, weil sie versucht sich herauszuwinden. Oder sie erhängt sich im schlimmsten Fall.

Das alles spricht gegen ein Halsband, doch dann landete ich auf der Seite von Stephanie. Vor einigen Jahren hatte sie das gleiche Problem wie ich und kam durch Zufall auf die Idee mit dem Papierhalsband. Eine fantastische Lösung, die nicht nur sicher, sondern auch günstig und schnell selber zu machen ist.

Papierhalsband_02_klein

Für ein Katzenhalsband aus Papier braucht man:

  • Einen Bogen Chromoluxpapier (gibt es im Copyshop oder Bastelladen. Das Papier ist ein dünnerer Karton, der auf der einen Seite beschichtet ist).
  • Tesafilm
  • Schere, wasserfester Stift

Optional:

  • Snaps-Verschlüsse und Zange
  • Warnfolie
  • Deko (Strassteine, Aufkleber,… what ever makes your boat float…)

Die Herstellung ist einfach:

Man misst einen 1 cm breiten Streifen ab und schneidet ihn aus.

Streifen mit allen wichtigen Daten beschriften (Name der Katze, Adresse, Telefonnummer, Name des Besitzers). Wichtige Hinweise, zum Beispiel wenn Katze nicht gefüttert werden soll aufgrund von Allergie oder Ähnliches schreibt man am besten auf die beschichtete Vorderseite, sodass diese sofort zu sehen sind.

Dann das Band mit Tesa verschließen. Die Enden dabei ca 1 cm überlappen lassen.

Schritte Papierhalsband

Bei der Größe kommt es auf die Katze an. Auch braucht ein Halsband zum Überstreifen einen größeren Umfang, als eines, dass man mit Snaps verschließt. Wie haben uns auf eine Länge von 26,8 cm eingependelt. Das ist groß genug, um dem Kater das Band über den Kopf zu streifen. Es gibt aber auch genug Spielraum um den Verschluss anzubringen, denn hierfür muss man die Enden zur Verstärkung noch mal jeweils ca 1 cm einknicken. Zur Orientierung: Ohnezahn ist groß, eine ganze Ecke größer als der Standard.

Wir haben immer ein Halsband mit Tesa in Reserve, auch wenn Ohnezahn normalerweise die Version mit Verschluss trägt. Es gibt nämlich Phasen, wo er sein Halsband gefühlt alle zwei Tage verliert. Kommt er dann ohne zur Stippvisite, kann ich ihm einfach den Ersatz übersteifen und weiter geht’s.

Jetzt wo es wieder früher dunkel wird, pimpe ich das Halsband mit Reflexionsfolie auf, denn als schwarzer Kater wird er im Halbdunkeln leicht übersehen. Ihn deshalb schon ab 17:00 drinnen lassen ist keine Option und die Folie deshalb eine gute Lösung. Allerdings muss man darauf achten, dass man zwischendurch Unterbrechungen lässt, damit die Reißfähigkeit erhalten bleibt.

Papierhalsband_varianten_klein

ein paar Eckdaten zum Papierhalsband:

  • Reißt ab einer Zugkraft von ca 1 Kg.
  • Erhöhung der Zugkraft, zum Beispiel weil die Katze viel an dem Band kratzt oder ein Peilsender angehängt werden soll, ist möglich.
  • Auch eine Verringerung der Zugkraft ist machbar.
  • Bei guten Bedingungen hält das Halsband bis zu 5 Wochen. Bei Regen und sehr aktiven Katzen auch mal nur ein paar Tage
  • Günstig und schnell selbst gemacht mit Chromoluxpapier
  • Kann individuell gestaltet werden.

Wer das Ganze einmal ausprobieren möchte hat auch die Möglichkeit ein Set auf der Seite von Stephanie zum Selbstkostenpreis zu bestellen.

Außerdem empfehle ich die Facebook-Gruppe zum Papierhalsband. Hier herrscht reger Ideenaustausch. Zudem gibt es gibt viele Tipps und Beispiele zu sehen.

Papierhalsband_03

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3 Gedanken zu „Sicheres Katzenhalsband aus Papier

  1. Stephanie Schneider sagt:

    Liebe Daniela,

    herzlichen Dank, dass Du mit so einem großartigen Artikel hilfst, dass andere Katzenbesitzer vom Papierhalsband zum Nachmachen erfahren. Da das happyCat* Papierhalsband eine private TIerschutzaktion ist und keine Werbegelder zur Verfügung stehen, ist eine Eigeninitiative wie Deine so wichtig und wertvoll. Danke auch an Dein geduldiges Modell „Ohnezahn“, dem Blau wirklich hervorragend steht 😉

    Sonnige Grüße
    Stephanie Schneider

    • Daniela sagt:

      Sehr gerne liebe Stephanie. Deine Idee hat mich vor einigen schlaflosen Nächten bewahrt und ich kann Ohnezahn beruhigt(er) draußen rumlaufen lassen. Ich finde jeder Katzenbesitzer sollte wissen, dass es sowas gibt. Ich sehe immer noch viel zu viele Miezen draußen mit einem normalen Halsband herumlaufen.
      Mach weiter so, dann gehört das Papierhalsband irgendwann zur Katzengrundausstattung wie Kratzbaum und Katzenklo 😉

  2. Christiane sagt:

    Hallo, ein ganz toller, wirklich richtig interessant geschriebener Beitrag, auch wenn ich mich doch schon wegen der Schriftfarbe sehr bemühen musste, ihn richtig lesen zu können. Der Kontras ist nicht so prall.
    Aber das ist ja jetzt nebensächlich und betrifft vielleicht auch nur mich.
    Ich bin der Meinung, dass wir alle, die bereits in Kenntnis dieser tollen Idee von Stephanie Schneider sind, unsere jeweiligen Tierärzte ansprechen sollten, damit die in ihren Praxen auf diese tolle Papierhalsband-Lösung von Stephanie aufmerksam machen.

    Viele neue Katzenbesitzer gehen ja gleich am Anfang zum Tierarzt, fürs Impfen und Chippen und auch Tätowieren. Da wäre es doch super sinnvoll, gleich diese wertvolle Info mit zu bekommen. Was denkt ihr?

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