Selbst gebaute Kräuterspirale aus Feldsteinen

Kräuterspirale selber bauen

Seit einigen Jahren ist die Kräuterspirale zum Gartenbesitzer „Must-have“ geworden. Was auch kein Wunder ist, denn neben dem praktischen Aspekt – immer frische Kräuter im Haus – sieht so ein Teil auch noch schick aus. Zudem werden Bienen, Hummel, Schmetterlinge sowie sonstiges bestäubendes Fliegegetier angezogen, was wiederum vorteilhaft für die restlichen Pflanzen im Garten ist.

Wer sich mit dem Thema beschäftigt, findet die wildesten Konstruktionen in allen Größen. Egal ob 1,5 Meter große Spirale mit integriertem Teich, im Bauhausstil oder miniklein für Terrasse und Balkon, selbst gemacht oder als Bausatz: Es gibt für alles eine Lösung, Anleitung oder eine Kaufoption. Ich habe mich von einer Freundin inspirieren lassen und meine Spirale aus Resten gebaut, die ich in Haus und Garten gefunden habe. Außerdem habe ich es riskiert und das ganze ohne Mörtel im Prinzip einer Trockenmauer geschichtet. Eine Herangehensweise die Vorteile und Nachteile bietet. Dazu später mehr.

Kräuterspirale

Meine Kräuterspirale steht dort, wo früher eine Sandkiste war. Diese lag verwaist am Rande unserer Terrasse und als Beet konnte man das Loch nicht richtig nutzen. Also machte ich Nägel mit Köpfen und buddelte den Sand heraus.

Das braucht ihr für den Bau einer Kräuterschnecke:

 

  • Mehrer Stöcker und ein paar Meter Faden zum Abstecken
  • Ein paar Kilo Kies mittelgroß
  • Mutterboden, Sand, Kalk und Kompost
  • Feldsteine (oder Ziegelsteine, Schiefer, Klinker …. Was immer ihr möchtet).
  • Ytong für die Basis

… und los gehts!

Als Erstes muss das Fundament vorbereitet werden. Hierfür das Loch mit einer etwa 10 cm dicken Schicht aus grobem Schotter oder Bausplitt auffüllen. Dies dient als Drainage, damit sich die Feuchtigkeit nicht staut. Darauf dann Erde geben und die Fläche plan machen.

Dann steckt man den Verlauf der Schnecke ab. Wer Platz für das klassische Rund hat, kann sich mit einem Stock und Faden einen Zirkel bauen und den Verlauf in den Sand zeichnen. Meine Schnecke wurde aufgrund der Gegebenheiten rechteckig und eher schmal. Passt auf, dass ihr in den Biegungen nicht zu eng werdet, da es sonst Schwierigkeiten gibt mit dem Einpflanzen.

Ist die Grundform fertig, baut man diese mit dem Ytong nach. Die erste Schicht fast ganz einbuddeln, das sorgt für festen Stand. Dann kommt eine zweite Reihe darauf, die allerdings erst nach der ersten oder zweiten Biegung beginnen sollte, je nachdem wie groß eure Spirale ist. Eine dritte Schicht ist nur noch in der Mitte notwendig.

Fundament vorbereiten, Abstecken und aufbauen

Nun alles mit einer Schicht Kies oder groben Schotter auffüllen. In der Mitte der Spirale etwa 50 cm hoch und im Verlauf ausdrehend, nach außen hin immer weniger werdend. Der Boden sollte aber immer bedeckt sein, außer auf den letzten 30 cm vor Ende.

Die Kräuterspirale  mit den Feldsteinen (oder was immer ihr gewählt habt) Stück für Stück weiter aufbauen, zwischendurch immer etwas Erde zum Auffüllen dazugeben. Beim Befüllen darauf achten, dass die einzelnen Zonen unterschiedliche Bodenqualitäten benötigen (Beschreibung siehe weiter unten). Damit alles hält auch zwischen die Steine Erde geben. Ich habe mir hierfür einen Mix aus Erde, Lehm, Sand und Wasser zusammengematscht. Davon habe ich immer eine Handvoll wie Mörtel benutzt und nachher noch in alle Zwischenräume geschmiert. Eine Sauerei, die bei Sonnenschein echt Spaß macht 😉

Steine schichten, Kräuterschnecke auffüllen und verfugen

Wenn ihr alles fertig geschichtet und befestigt habt, geht es ans Einpflanzen der Kräuter, wählt diese der Zone entsprechend. So kommen in den Kern der Spirale zum Beispiel Thymian, Basilikum, Lavendel, etc. Dann folgen Rosmarin, Salbei, Rucola, Oregano, usw. In den feuchteren Regionen fühlen sich Schnittlauch, Petersilie und Kresse wohl. Natürlich könnt ihr auch Klassiker wie Minze und Melisse pflanzen aber VORISCHT: Diese vermehren sich rasend schnell, und wenn ihr sie ohne Wurzelbarriere pflanzt, habt ihr schnell eure Kräuterschnecke voll mit den beiden. Wenn also, dann Minze und Melisse nur in einem Topf einpflanzen, damit sich das Kraut nicht ausbreiten kann.

Kräuter einpflanzen

Vorteile und nachteile des Trockenbaus

Innerhalb eines Jahres haben sich meine Kräuter gut gesetzt und sind ordentlich gewachsen. Die Wurzeln der Pflanzen befestigen die Steine, sodass diese auch nach den herbstlichen Regengüssen noch festsitzen. Doch hat der Trockenbau auch Nachteile. So ist mir leider im Winter der Salbei eingegangen und ich musste ihn austauschen. Mit dem Herausziehen der Wurzeln purzelten dann auch ein paar Steine und ich musste nachjustieren. Auch mein Kater hat die Kräuterschnecke für sich entdeckt. Ist ja auch voll spannend, was da so an Krabbeltieren in den Ritzen wohnt. Da kann man mal hinterher angeln. Also auch hier: Steine richten und Erde anklatschen.

Generell müsst ihr einmal im Jahr wieder etwas Erde nachlegen, da diese durch die Witterung rausgewaschen wird. Dabei könnt ihr dann auch gleich die Fugen wieder etwas abdichten. Ansonsten könnt ihr natürlich auch ein paar Steinpflanzen oder anspruchslose Blüher wie die Campanula (Glockenblume) in die Spalten pflanzen. Deren Wurzeln befestigen zusätzlich.

Kräuterspirale im zweiten Jahr

Und hier jetzt noch ein paar Infos zu den Zonen und der benötigten Bodenqualität:

Zone 1 – Die Wasserzone: Wer Platz hat, kann einen Teich anlegen, in den die Kräuterspirale ausläuft.

Zone 2 – Die Feuchtzone: nahrhafter, feuchter, humusreicher Boden. Hier wird die Muttererde halb/halb mit Kompost gemischt.

Zone 3 – Die Normalzone: eher trocken, halbschattig mit durchlässigem Boden. Der Mutterboden wird hier mit wenig Sand und größeren einem Anteil Kompost vermischt.

Zone 4 (Spitze der Kräuterschnecke) – Die Mittelmeerzone: Hier ist es trocken und sonnig. Der Boden ist eher karg. Hierfür die Erde mit Sand und Kalk mischen. Die Drainage in diesem Bereich ist sehr, sehr wichtig!

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