DIY Maritim-Special | Schulschiff Deutschland

Das wars. Alle Pappboote haben die Weser überquert, der Gewinner ist gekürt und auch verunfallte Gefährte wurden inzwischen wieder geborgen. Die Pappbootregatta ist vorbei und alle Bötchen haben ihren Dienst getan. Alle? Nein, eines befindet sich noch immer im Trockendock.

Warum, wieso und für wofür überhaupt? Das könnt ihr hier lesen:

Noplonimonni DIY Martim-Special!

Hier ist es, das Schulschiff! Mit viel Liebe, Schweiß und ein paar Flaschen Becks gebastelt, bildet es den Mittelpunkt unserer Schaufensterdeko. Ein stolzer Dreimaster, der seinem Vorbild in der Vegesacker Lesummündung nur ein wenig nachsteht. Ok, es ist vielleicht nicht 100 % Maßstabsgetreu aber hey: Für Freihand ist es doch echt gut geworden!

Wettbewerbsbeitrag für die pappbootregatta in vegesack

Da es sich wirklich um ein völlig frei gebautes Modell handelt, gibt es an dieser Stelle keine komplette Anleitung, sondern nur Bauphasen, die aber vielleicht als Inspiration für ähnliche Projekte dienen können. Kleiner Hinweis am Rande: Durch den exessiven Verbrauch von Klebeband, wäre das Schiff nicht für die Regatta zugelassen worden. Hier sind nämlich nur zu 100 % abbaubare Materialien  erlaubt 😉

Los gehts!

Die Basis bildet ein länglicher Karton. Die Deckelpappe nach aussen klappen und mit Klebeband befestigen. Das sorgt für Stabilität.

Innen

Dann wird aus zwei Pappstücken, die ungefähr doppelt so lang wie die Basis sein sollten, die  Außenhaut geschnitten. Ich habe hierfür einen größeren Karton genommen. Am Besten keine Wellpappe nehmen, da sich diese nicht gleichmäßig herum legen lässt und Knicke entstehen.

Da das Heck meist rund ist, die beiden Pappstücke hinten miteinander verbinden (Klebeband) und dann den Streifen um den Karton legen. Die beiden Enden am besten mit einem Tacker an der Spitze verbinden. Das Ganze ordentlich am Karton fest machen (Klebeband)

Jetzt müsst ihr die Form noch etwas besser herausarbeiten, sodass der Bug schön stromlinienförmig wird. Das Schulschiff hat ein Heck, dass etwas in die Höhe geht. Dass musste ich mit der Schere nacharbeiten.

Wenn alles sitzt, geht es an die Kleerei:

Rührt einen Eimer Kleister an und reißt  Zeitungspapier in Streifen. Damit wird die Grundkonstruktion beklebt, bis alles schön kompakt ist, man die Basis nicht mehr sieht und das Schiff die Form hat, die ihr anstrebt. Offene Stellen wie die am Bug und Heck können so geschlossen werden, die Form wird verfeinert.

Wenn das Zeitungspapier angetrocknet ist, geht es weiter mit weißem Papier. Auch dieses in Streifen reissen. Nicht schneiden, denn dadurch entsteht eine harte Kante und die Streifen gehen nicht schön ineinander über (das gleiche Prinzip wie beim Tapete ausbessern).
Da der Rumpf des Schulschiffes rot ist, habe ich diesen mit rotem Tonkarton beklebt. Hier aufpassen, denn er färbt ziemlich. Wer beim Rot kleben viel mit auf dem Weiß herumschmiert muss später noch mal ausbessern.

Während alles trocknet, kann man sich um das Innenleben kümmern. Hierfür einen Styroporblock so in Form schneiden, dass er in den Bauch des Schiffes passt. Er sollte schön fest drin sitzen und ein wenig unterhalb der Oberkante abschließen. Ich habe hierfür die Verpackung von einem großen Elektrogerät genommen (Danke an Technikus)

Dann brauchen wir die Maste. Hierfür eignen sich Rundstäbe/ -leisten aus dem Baumarkt gut. Sie sollten ungefähr dreimal so lang sein, wie das Schiff hoch. Der mittlere Mast ist etwas höher ist als die zwei anderen. Die Maste werden an die passende Stelle in den Styropor gesteckt.

Jetzt das Deck aus Pappe ausschneiden. Es sollte auf dem Styropor aufliegen und auch etwas unterhalb der Oberkante der Außenhaut abschließen. Löcher dort einstechen, wo sich im Styropor die Löcher für die Maste befinden. Ich habe die Pappe noch mit Packpapier beklebt, für ein wenig Holzoptik. Auf die Unterseite etwas doppelseitiges Klebeband geben, damit nix verrutscht.

Deck

Als nächstes folgt die Feinarbeit

So wie am Rumpf besitzt das Schulschiff oben an der Reling eine rote Kante. Diese habe ich mit einem roten Klebeband nachgebildet (ein roter Edding tut es sicher auch).  Bullaugen sowie das Dekor am Schiffsbug sowie vorne und hinten an der Reling sind ausgedruckt und mit Kleister aufgeklebt. (Kurzform: Foto – Photoshop – freistellen – tarieren – drucken). Danke an meinen Büromitbewohner Michael Lotz!

Wenn alles soweit fertig ist, werden die Maste in die vorgesehenen Löcher gesteckt. Jetzt aus dünneren Holzstäben die Spiere (das sind die Querstreben) bauen. Mein Schulschiff hat an jedem Mast  sechs, die nach oben hin kürzer werden. Befestigt habe ich sie mit Bastband.

Nun geht es an die Tagelage, die ich jedoch nur angedeutet habe. Hierfür ein dickeres Bastband vorne am Bugspriet befestigen und bis zur Spitze (Flaggentop) des ersten Mastes ziehen. Dort mit einer Reißzwecke befestigen. Das selbe Band runter bis zum Deck führen wo der zweite Mast hinein geht. Das Band abschneiden, unten um den Mast wickeln (Tipp: etwas Klebeband nehmen, damit nichts rutscht.)

Ein neues Band nehmen und unten am ersten Mast befestigen, zur Spitze des mittleren Mastes führen, befestigen, runter zum dritten Mast und befestigen. Das Ganze mit dem letzten Mast wiederholen. Das Ende des letzten Bandes wird innen im Bauch des Schiffes, ca Mitte des Bugs, befestigt. Hierfür habe ich eine kleine Öse genommen, die ich vorsichtig in die Pappe gedreht habe.

Die Takelage wird jetzt mit kleinen Fähnchen dekoriert. Wir haben das Flaggenalphabet ausgedruckt und ausgeschnitten. Dazu noch ein paar selbst gestaltete Logoflaggen.

Flaggen

Und fertig ist das Schulschiff!

Schulschiff Modell ganz

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