Garnigurumi parade

Wie Yoga für den Kopf

Amigurumi? Was soll das denn sein? Die meisten, denen ich erzähle, dass ich häkle, denken an Omas Spitzendeckchen, Pottlappen und 70er Jahre Bikinis. Tante Erna hat früher vielleicht auch mal einen Teddy gehäkelt aber Amigurumis, das sind die Figuren, die bei  der japanischen Häkel- und Stricktechnik entstehen, bieten ganz andere Gestaltungsmöglichkeiten.
Amigurumi CollageEtwa zweieinhalb Jahre ist es her, seit mir eine Freundin das Bild eines kleinen gehäkelten Tierchens schickte. Was es genau war weis ich nicht mehr, aber ich war sofort verliebt. So was kann man machen, mit nicht mehr als ein bisschen Wolle, Kissenfüllung und einer Häkelnadel? Das wollte ich auch. Also wühlte ich mich durchs Netz auf der Suche nach Anleitungen, Einstiegsmodellen und vor allem Schritt für Schritt Erklärungen, was die Grundtechniken betrifft. Ich hatte zwar in der Schule häkeln gelernt, allerdings interessierte mich damals die fehlerfreie Gestaltung eines Topflappens nur am Rande. Den Unterschied zwischen einer festen und einer Kettmasche, halben und ganzen Stäbchen hatte ich nach ein paar Tagen wieder vergessen.
Deshalb musste ich mir alles noch einmal neu beibringen, was mich neben einigen Knäulen Wolle vor allem Nerven und Geduld kostete. Ich hatte steife Hände, brauchte Ewigkeiten für ein paar Reihen und fragte mich, wie aus den kleinen löchrigen Eierköpfen meiner Anfangszeit ein akkurater „Thoothless“ oder auch nur Schlüsselanhänger werden sollten. Nach einigen Wochen und X-Besuchen auf den Seiten von Ribbelmonster hatte ich irgendwann den Dreh raus.  Es folgte eine Monsterparade nach der Anleitung von craftyiscool. Danach wurde es anspruchsvoller und ich wagte mich an Vorlagen aus mehreren Teilen. Anhand von Voodoopuppen lernte ich zu kombinieren und improvisieren.
Amigurumi VoodoopuppenVon dem Bewältigen der nicht immer einfachen Vorlagen und dem Herumexperimentieren abgesehen finde ich das Häkeln vor allem eins: entspannend. Nach einem Tag voll mit Wortfängerei, Terminen und Nachdenken ist, das Maschen häkeln wie Yoga für den Kopf. Einfach mal abschalten und zuschauen, wie sich aus einem Knäuel Wolle ein Etwas formt. Deshalb wird der Haufen aus Viechern hier Zuhause wohl stetig wachsen. So  ist denn in den letzten Jahren auch ein ganzer Haufen Garnigurumis entstanden. Einige wohnen noch bei mir, andere sind umgezogen in Kinderhände, wurden Glücksbringer, Geschenke oder Liebhaberstücke. Inzwischen häkel ich auch auf Wunsch, zum Beispiel für Freunde und Familie, bei denen Nachwuchs ansteht.
Amigurumi Baby FigurenDie Wunschhäkelei hat den Vorteil, dass ich dabei bleiben kann, ohne, dass es zu Platzproblemen in meinen Regalen kommt. Würde ich alles was ich mache selber behalten, müssten wir bald anbauen. Auch wüsste ich ehrlich gesagt nicht, was ich zum Beispiel mit Amigurumi Food anfangen sollte.  Für den zukünftigen Kaufmannsladen oder die Teeparty allerdings …

Für alle die auch Lust auf Amigurumi und Co haben empfehle ich Pinterest! Aber Vorsicht: Suchtgefahr!

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